Die „Hari-People“

  

Dies ist die Geschichte der „Hari-People“, denen wir seit dem Jahr 2008 dienen können. Damals öffnete Gott uns eine Türe zu einer hinduistischen Stammesgruppe im Süden Pakistans, den „Hari-People“. Über unseren Koordinator in Pakistan, Pastor Sabir, wurden wir damals über die prekäre Lage dieser geschätzt ca. 20.000 Menschen informiert, die meist ausgestoßen und abgeschottet von der Umgebung als eigenständige Volksgruppe in ärmlichsten Verhältnissen, am Rande der pakistanischen Gesellschaft leben.

Die Hari-People (das Hari-Volk) gehören zu den insgesamt etwa 100 hinduistischen Volksgruppen in Pakistan (1,8 % der Bevölkerung), die alle sehr unterprivilegierte Existenzen in diesem zu 96 % moslemischen Land fristen. Sie leben fast ausschließlich in kleinen, ärmlichen Dörfern oder Siedlungen, sind zu beinahe 100 % Analphabeten und arbeiten oft in sklavenähnlichen Verhältnissen als Landarbeiter, für meist sehr harte, moslemische Großgrundbesitzer. Viele von ihnen mussten früher tagsüber auf dem Feld arbeiten und wurden über Nacht gefesselt und in Käfige gesperrt. 1992 wurde in Pakistan ein Gesetz erlassen, das diese moderne Sklaverei verbietet. Dennoch leben auch heute noch Hunderttausende in diesem Zustand.

 

2 0 0 8 – Wasserversorgung

Im Jahr 2008 haben wir erste humanitäre Aktionen veranlasst und finanziert. Dazu gehörte der Bau einer kilometerlangen Wasserleitung, einem Reservoir, einer Wasserpumpe und 12 einfachen Toilettenanlagen. Dadurch wurde u.a. der Zugang zu frischem Wasser direkt im Dorf ermöglicht, womit die Lebensqualität unter dieser armen, hinduistischen Volksgruppe verbessert worden ist. Bisher musste Wasser aus zwei Kilometern Entfernung herangetragen werden. In den darauffolgenden Jahren blieb der Kontakt unserer pakistanischen Mitarbeitern zu den Hari-People bestehen, was schließlich reiche Frucht bringen sollte…

 


 

2 0 1 2 – Evangelisation

Im April 2012, also vier Jahre später, haben wir dann eine Evangelisation unter diesen faszinierenden Menschen durchgeführt. Insgesamt erreichten wir damals etwa 15.000 Einwohner aus der Region, viele von ihnen Hari-People, denen meist zum ersten Mal die Geschichte von Jesus klar verkündigt wurde. Viele bekehrten sich und empfingen übernatürliche Heilung. Seit diesem Evangelisations-Einsatz begannen wir damit, einen lokalen Missionar, Pastor Elyas, monatlich finanziell zu unterstützen, damit er unter dieser Volksgruppe eine kontinuierliche Nacharbeit aufbauen würde. Dies hat er all die Jahre in Treue und Hingabe getan. Elder Samsoon, ein Konvertit aus den Hari-People und Elyas‘ Sohn, halfen ihm dabei.

 

Besuch im Hari-Camp

Wir, d.h. das IHP-Deutschland Team, konnten zusammen mit unseren pakistanischen Mitarbeitern zwei dieser Hari-Camps besuchen und wurden sehr herzlich empfangen. Der Besuch bei diesen einfachen, armen, netten Menschen war für uns etwas ganz Besonderes und hat uns tief bewegt. Die Menschen sind sehr bunt gekleidet und die Stimmung wirkt auf uns entspannter als an anderen Orten in Pakistan. Eines der Dörfer, eine Ansiedlung von etwa 500 Leuten, wurde von Frau Raju und ihrem Mann Nakim Kholee 1997 gegründet, die bis heute die Anführer ihres Stammes sind. Sie erzählten uns ihre bewegende Geschichte und wie dankbar sie trotz ihrer Armut sind, dass sie heute frei und nicht mehr versklavt sind.
Einige der schönsten Fotos in der Geschichte unseres Dienstes sind während dem Besuch der Camps entstanden, wie Sie in der Galerie unten sehen können.

 


 

2 0 1 8 – Wassertaufe

Sechs Jahre nach der Evangelisation, im Mai 2018, konnten wir nochmals zum Stamm der Frau Raju und ihres Mannes (Bild rechts) zurückkehren, um ein für sie historisches Ereignis durchzuführen…

Am 1. Mai 2018 sollte eine Wassertaufe unter den gläubiggewordenen Hari-People stattfinden. Pastor Elyas hatte uns lange gedrängt zu kommen, da eine ganze Gruppe sich taufen lassen wollte, um damit ihre Hinwendung an Jesus öffentlich zu bekunden. Wir setzten den 1. Mai als Termin für die Taufe fest und reisten mit einem Teil unseres Teams nach Sekundarabad, im Sindh. Drei Tage vor unserer Ankunft verstarb Pastor Elyas plötzlich und völlig unerwartet…

Nach Rücksprache mit seinem Sohn beschlossen wir aber, die Taufe trotzdem durchzuführen, obwohl viel Ungewissheit über die bisher gelaufenen Vorbereitungen bestand. Aber alles lief gut und wir konnten 18 gläubige Hari-People freudig taufen. Unter ihnen waren auch Frau Raju und ihr Mann Nakim. Sie waren bei unserer ersten Begegnung in 2012 noch skeptisch und zurückhaltend. Nachdem wir uns dann aber seither durch den Dienst von Bruder Elyas um sie gekümmert und sie für ihre Aktivitäten mit 50 € monatlich unterstützt haben, öffneten sie sich über die Jahre ganz der Botschaft von Jesus und ließen sich ebenso taufen.

 


 

Es gibt noch viele Möglichkeiten den Hari-People zu dienen, die wir gerne wahrnehmen würden. Sie sind Teil der „Armen und Unerreichten dieser Welt“, die wir mit dem Evangelium erreichen wollen und müssen. Viele dieser Menschen kennen Jesus noch nicht und die, die ihn mittlerweile angenommen haben, brauchen unbedingt die klare Lehre des Wortes Gottes und das Heranführen in echte Jüngerschaft Jesu.

Wenn Sie die Geschichte dieser Menschen berührt und Sie uns finanziell unterstützen möchten, dann können Sie hier auf unsere Unterstützungs-Seite gelangen. Als Verwendungszweck Ihrer Spende bitte „Hari-People“ angeben.

Vielen Dank und Gottes Segen!